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Projekt TinyHouse

1x spenden – 2x helfen

Das neue Projekt der Stadtmission: "TinyHouse"

Ein innovatives Wohnprojekt für Frauen

Die Stadtmission finanziert mit Spendengeldern den Umbau von Wohncontainern (vom Finanzministerium des Landes Schleswig-Holstein gespendet) in architektonisch ansprechende TinyHouses. Der Umbau erfolgt unter nachhaltigen Gesichtspunkten. Mit diesen TinyHouses schaffen wir eine Übergangswohnmöglichkeit für zwei Frauen, mit dem Ziel, dass hier eine solidarische Wohnpartnerschaft in der Gemeinschaft eines Stadtteils entsteht.

Kleines Haus – große Wirkung

Wir sprechen zwei Frauen aus unterschiedlichen Lebenswelten an. Wir wollen diese Lebenswelten zusammenführen: In das eine TinyHouse wird eine wohnungslose Klientin der Stadtmission einziehen und in das benachbarte Haus eine Studienanfängerin.
Für beide Frauen ist dies ein Sprungbrett: Für die eine ein erster Schritt raus aus der Wohnungslosigkeit und für die andere eine erste Wohnmöglichkeit in einer neuen Stadt, um von hier aus etwas Langfristiges zu finden. Beiden bietet diese ungewohnte Partnerschaft neue Möglichkeiten und die Veränderung des Blickwinkels. 
Das Wohnen in den TinyHouses wird durch die Stadtmission begleitet und ist zeitlich begrenzt – bis ein Übergang zu einer „richtigen“ Wohnung geschafft ist – dann zieht das nächste ungleiche „Paar“ ein.

Das Grundstück – Integration ins Quartier

Ein vorweihnachtliches Geschenk haben wir schon erhalten: Die geplanten „TinyHouses“ haben ein Zuhause gefunden! Das Studentenwerk Schleswig-Holstein stellt das Grundstück, es liegt im Steenbeker Weg in Steenbek-Projensdorf. Wir freuen uns sehr über diese neue Kooperation. das Projekt wird für das Quartier ein echter Gewinn sein.

Das Architekturbüro „Architrav“ aus Kiel plant derzeit den Umbau der Wohncontainer. Die ansprechende Architektur wird zur Akzeptanz im Stadtteil beitragen.   

Maike Briege, Abteilungsleiterin Facility Management/Bau beim Studentenwerk SH, und Karin Helmer, Geschäftsführerin der Stadtmission, besprechen die nächsten Bauschritte.      

Das Grundstück auf dem Gelände des Edo-Osterloh-Hauses bietet die ideale Infrastruktur für die TinyHouses.     

Die Finanzierung 

Das Projekt TinyHouse wird über Spenden finanziert. Am 01. Mai 2021 wird unser nächstes „Kieler Konzert gegen die Kälte“ stattfinden, die Einnahmen aus dem Kartenverkauf werden zu 100% in das Projekt TinyHouse fließen.

Spendenkonto: stadt.mission.mensch gGmbH | IBAN: DE45 2512 0510 0004 4431 01 | TinyHouse

macio GmbH Geschäftsführer Joern Kowalewski überreicht Spendenscheck

Die macio GmbH gehört zu den ersten Spendern für das Projekt. Karin Helmer (Geschäftsführung Stadtmission) nimmt den symbolischen Scheck in Höhe von 4.000 Euro von Joern Kowalewski (Geschäftsführung macio) entgegen.
Rechts daneben: Markus Sonnenberg (Architekt), Karin Peters (Fundraising Stadtmission).

Wohnungslose Menschen sind keine Aliens – das sind Menschen wie du und ich.

Interview mit Jörg Spriewald, dem Fachbereichsleiter der Wohnungslosenhilfe der Stadtmission

Wie ist die Wohnungslosenhilfe der Stadtmission organisiert?

"Dadurch, dass die Stadt Kiel mit uns zusammenarbeitet, können wir ein Gesamtpaket der Wohnungslosenhilfe anbieten, welches ganzheitlich unterstützt. ‚Ganzheitlich‘ heißt in der Not unmittelbar reagieren zu können. Sprich: Zu klären, wie die Menschen wieder ein Dach über den Kopf bekommen. Aber natürlich müssen auch die Ursachen des Problems identifiziert und nachhaltig behoben werden."

Wie sieht diese nachhaltige Unterstützung aus?

"Nachhaltig bedeutet hier, die erneute Wohnungslosigkeit zu vermeiden – den ‚Drehtür-Effekt‘. Dieser tritt zum Beispiel dann auf, wenn die Menschen schnell eine Wohnung vermittelt bekommen, ohne dass die eingangs bestehenden Probleme behoben werden. Dann führen diese auch zum zweiten oder dritten Mal dazu, dass die betroffenen Personen plötzlich kein eigenes Dach mehr über dem Kopf haben."

Wie kann die tatsächliche Ursache der Wohnungslosigkeit behoben werden?

"Indem ein psychisches Problem wie zum Beispiel eine Sucht als Ursache ermittelt und entsprechende Hilfe geleistet wird. Das kann auch bedeuten, dass die betroffene Person über das ambulant betreute Wohnen eine Begleitung an die Seite gestellt bekommt, die sie in der Bearbeitung ihrer Probleme unterstützt."

Inwiefern können Betreuer*innen helfen?

"Viele von Wohnungslosigkeit betroffene Menschen haben auch Probleme, feste Strukturen und Verpflichtungen einzuhalten. Es kann beispielsweise vorkommen, dass die Klient*innen die Miete vom Jobcenter ausgezahlt bekommen, aber diese dann nicht den Weg zum Vermieter bzw. zur Vermieterin findet. Schulden führen dann zu weiteren Schwierigkeiten und im schlimmsten Fall wieder zum Wohnungsverlust. Solche Situationen kann die Begleitung durch unsere Pädagog*innen natürlich vermeiden."

Worin besteht Ihre eigene Rolle in der Wohnungslosenhilfe der Stadtmission?

"Meine Aufgabe ist es, das Konzept der Wohnungslosenhilfe in Kooperation mit der Stadt weiterzuentwickeln. Das bisherige System stammt aus dem Jahre 2014. Seitdem ist der Wohnungsmarkt ein ganz anderer geworden, er wird von großen Gesellschaften dominiert. Dadurch geht es dann schnell eher um die Schuldensituation als um den Menschen. Man muss aber auch sagen, dass in Kiel große Anstrengungen unternommen werden, in einer solchen Lage zu helfen. Wichtig ist es dabei auch, die verschiedenen Stellen miteinander zu vernetzen."

Welche unterschiedlichen Anlaufstellen für wohnungslose Menschen gibt es?

"Zum Beispiel den Tagestreff, die stationäre sowie die ambulante Hilfe und Begleitdienste. Außerdem gibt es die verschiedenen Möglichkeiten der Unterbringung wie Notunterkünfte, betreutes Wohnen oder unsere Trainingswohnungen. Die Klient*innen werden von uns durch all diese Instanzen geführt."

Bewerten Sie in Ihrer Position das Projekt ‚Tiny House‘ als nachhaltige Hilfeform?

"Die Erfahrungen mit vergleichbaren Aktionen zeigen, dass ehemals wohnungslose Menschen in einem solchen System schneller wieder einen Platz in einer Gemeinschaft finden. In ein soziales Umfeld integriert ist es viel leichter, seine eigene Situation zu stabilisieren. Das ‚Tiny House‘ ist also ein nachhaltiges Unterstützungsmodell. Ein weiterer Vorteil dabei ist die Erkenntnis der Mitmenschen, dass wohnungslose Personen keine ‚Aliens‘ sind, denen man nur auf Entfernung begegnen sollte – das sind ganz normale Menschen mit ganz normalen Problemen."

Wenn Sie mehr wissen wollen, wenden Sie sich bitte an Frau Karin Peters.
stadt.mission.mensch gGmbH | Walkerdamm 17 | 24103 Kiel | karin.peters (at) stadtmission-mensch.de

Wenn das Leben aus den Fugen gerät.

Es kann viele Gründe dafür geben, warum Frauen wohnungslos werden. Sie leben dann in Notunterkünften, bei Bekannten, bei sonstigen „Unterkunftgebern“ oder als allerletzte Möglichkeit sogar auf der Straße.

Auch die Wohnsituation von Student*innen, die neu in Kiel anfangen, ist extrem schwierig, die Wartelisten in den Studentenwohnheimen sind lang. Aus naheliegenden Gründen sprechen 
wir für dieses Projekt explizit eine Frau, also eine Studentin, an.  

Die TinyHouses können das Grundproblem Wohnungslosigkeit und den Mangel an bezahlbaren Wohnraum natürlich nicht lösen. Wir sehen dies aber als Leuchtturmprojekt, das ausstrahlt und etwas in Bewegung bringen kann. Es braucht eine vorurteilsfreie und respektvolle Begegnungskultur um aufeinander zuzugehen und miteinander Neues zu entwickeln. 

Schon unser letztes Projekt „SattMission“ stand unter dem Motto 1x spenden – 2x helfen. 

Mit der SattMission haben wir in Coronazeiten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Versorgung von wohnungslosen Menschen mit einer täglichen warmen Mahlzeit wurde sichergestellt und gleichzeitig haben wir mit der Aktion Kieler Gastronomen unterstützt.

SattMission