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Es gibt keine falschen Fragen!

stadt.mission.mensch lud zur Politikerbefragung

Es gibt keine falschen Fragen!

Im Kieler Bodelschwingh-Haus wurde es vergangenen Mittwoch hochpolitisch:  Die stadt.mission.mensch hatte zu einer besonderen Wahlinfoveranstaltung eingeladen. Vierzig Klientinnen und Klienten waren als potenzielle Fragesteller der Einladung gefolgt und forderten die Politiker auf besondere Weise: „Wo finde ich eine Wohnung und eine Arbeit“, stellte sich als zentrales Anliegen des Publikums aus den Fachbereichen Sucht, Wohnungslosenhilfe, Psychiatrie und Arbeit/Beschäftigung der Stadtmission heraus.

Sieben Landtagsabgeordnete zeigten ihre Bereitschaft, sich dem schwierigen Fragenkomplex zu stellen: Bernd Heinemann(SPD),Kristina Herbst (CDU),Anke Erdmann (Bündnis 90/Die Grünen), Anita Klahn (FDP), Stefan Rudau (Die Linke), Marcel Schmidt (SSW), Wolfgang Dudda (Die Piraten).

Karin Helmer, Geschäftsführerin der stadt.mission.mensch,  ermutigte in ihren Einführungsworten die Gäste: „Es ist toll, dass Sie da sind und ich weiß, dass es für Sie nicht leicht ist, Ihre Fragen in einer solchen Öffentlichkeit zu stellen. Aber wissen Sie: die PolitikerInnen, die hier sitzen sind abhängig von Ihnen – nicht umgekehrt. Also: trauen Sie sich, es gibt keine falschen Fragen!“

So entspann sich – moderiert von Burkhard Plemper (u.a. NDR) – eine lebhafte Diskussion um die Themenbereiche, die den Fragestellern am dringlichsten für ihre Situation erschienen: Wohnungs- und Arbeitssuche, Politikverdrossenheit,  zweiter Arbeitsmarkt, Mangel an Arbeitsprojekten und Fragen um das neue Bundesteilhabegesetz.

Die sieben Abgeordneten spürten offenbar schnell, dass sie in dieser besonderen Diskussionsatmosphäre mit „Wahlkampffloskeln“ nicht punkten würden und stellten sich wacker allen schwierigen Fragen. In überraschender Einigkeit bekundeten die PolitikvertreterInnen ihren Willen, sich für den verstärkten Bau von günstigem Wohnraum sowie einen zweiten und dritten Arbeitsmarkt einzusetzen.

Unternehmen müssten unterstützt werden, auch nicht so belastbare ArbeitnehmerInnen zu integrieren und Arbeitsprojekte müssten längerfristig angelegt werden. Menschen, die umfassender Hilfen in der Eingliederungshilfe - auch stationär- benötigten, sollten diese weiterhin bekommen, war das einhellige Votum der sieben Landtagsabgeordneten.

Karin Helmer und Ina Achilles, Geschäftsführerinnen der stadt.mission.mensch, zogen nach diesem gelungenen Abend und gutem Beispiel von Basisdemokratie eine Resümee, das sich an die Politik richtete: „Es ist gut, dass Sie sich in Bezug auf diese Notwendigkeiten einig sind - wir wissen aber auch alle, dass z.B. das Bauen von Wohnungen und alle anderen Maßnahmen sehr viel Zeit brauchen. Bis alles greift, braucht die Wohnungslosenhilfe aber deutlich mehr Unterstützung!"


Bericht: Bernd Rytlewski

Wahlinfoveranstaltung
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